Gedenkkultur: Jüdisches Leben in Dessau

Werkstatt stellt historischen Stadtplan vor und zieht Bilanz


Vor nunmehr 3 Jahren  ist die vom Lokalen Aktionsplan für Demokratie und Toleranz geförderte Werkstatt Gedenkkultur in Dessau-Roßlau angetreten, um lokale Geschichte erlebbar zu machen. Dabei lässt sich das Projekt nicht nur als eins der Forschung und Recherche fassen, dass historische Fakten vermitteln möchte. Ganz aktiv bringen sich die engagierten Lokalhistoriker und ihre PartnerInnen aus Schulen, Religionsgemeinschaften und Vereinen in die Erinnerungsarbeit dieser Stadt ein. Der bislang wohl vielbeachteste Beitrag dieser Auseinandersetzung: Die Aktion „Stolpersteine“ (mehr dazu hier...) und (hier...). Im Gehweg eingelassene kleine Messingplatten erinnern dabei an die einzelnen Opfer des Nationalsozialismus am Ort ihrer letzten Wohnung. Am 26. August 2010 stellt die Initiative im Rahmen ihres Schwerpunktes ORTE DER ERINNERUNG nun ein Faltblatt vor, dass sich mit der so genannten Sandvorstadt, einem ehemaligen Zentrum des einstigen jüdischen Lebens, befasst. Zum Programm gehört zudem ein Besuch der Jüdischen Gemeinde und ein Werkstattgespräch, in dem das Projekt seine bisherige Arbeit bilanziert.


Stolpersteinverlegung 2008 in Dessau-Roßlau

Das neue Faltblatt mit seinem historischen Stadtplan führt zu Orten jüdischen Lebens, die im heutigen Stadtbild nicht mehr erkennbar sind. Damit thematisieren die Werkstatt-AkteurInnen gemeinsam mit der Jüdischen Gemeinde der Stadt, den evangelischen Kirchengemeinden und der Moses-Mendelssohn-Gesellschaft zwangsläufig eine Topographie des nationalsozialistischen Terrors in Dessau.

Im Werkstattgespräch nutzt die Initiative die Möglichkeit, nach drei Jahren ihres Wirkens gemeinsam mit hiesigen Vereinen, interessierten BürgerInnen und dem Fachpublikum Konzepte und Ergebnisse zu diskutieren. Dabei steht nicht nur die Wirksamkeit aktueller Bildungsangebote im Mittelpunkt der Debatte. Es geht auch um die Frage, welche Anforderungen und Transformationen an eine zeitgemäße lokalen Gedenk- und Erinnerungskultur heute zu knüpfen sind. Mit Anetta Kahane, der Vorsitzenden der renommierten Amadeu Antonio Stiftung aus Berlin (mehr dazu hier...), sitzt dabei eine Expertin auf dem Podium, die dazu auch wirklich etwas zu sagen hat.


Die Werkstatt hat einen lokalhistorischen Stadtplan entwickelt

Apropos Bildungsangebote. Die nächsten Vorhaben der Werkstatt werfen bereits ihre Schatten voraus. So entwickelt das Projekt zusammen mit dem Partner Reisewerk (mehr dazu hier...) gerade ein Stadtführungskonzept für LehrerInnen. Diese sollen damit zukünftig in die Lage versetzt werden, Lokalgeschichte selbst und ohne Zugangsbarrieren in den Geschichtsunterricht einzubetten. Der nächste Termin für die Stolpersteinverlegung steht ebenso bereits fest. Am 28. Oktober 2010 findet die Aktion ab 13.30 Uhr in der Kantorstraße ihre Fortsetzung.

Veranstaltungshinweise

Jüdisches Leben in Dessau – ORTE DER ERINNERUNG
Stadtrundgang & Besuch der Jüdischen Gemeinde
Donnerstag, 26. August 2010
18.00 Uhr
Treffpunkt: Gemeindezentrum St. Georg (Georgenstraße 15; Dessau-Roßlau)

Werkstattgespräch - Gedenkkultur in Dessau-Roßlau
mit: Anetta Kahane, Johanna Bartl, Dr. Bernd Ulbrich u. a.
Donnerstag, 26. August 2010
19.00 Uhr
Gemeindezentrum St. Georg (Georgenstraße 15; Dessau-Roßlau)

Hier geht`s zum Download des Veranstaltungsflyers (PDF)...

Infos/Kontakt
Werkstatt Gedenkkultur Dessau-Roßlau
Johanna Bartl
c/o KIEZ e. V.
Tel.: 0340 – 21 20 32
E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! Sie müssen JavaScript aktivieren, damit Sie sie sehen können.
www.gedenkkultur-dessau-rosslau.de

verantwortlich für den Artikel:
 
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