„Am Ende wünsche ich mir, dass wir an der Gesellschaft mehr teilnehmen“

Projekt SPRACHLOTSEN FÜR DESSAU-ROSSLAU wird mit internetgestützter Datenbank gestartet

Der Saal im Dessauer Rathaus ist mehr als gut gefüllt, am Ende sind es fast 80 Menschen – Gäste und Akteur_innen gleichermaßen. Der große Bahnhof im Wohnzimmer der Stadt ist für ein Vorhaben angerichtet, dass augenscheinlich auf Interesse und ein nicht minder großen Bedarf stößt. Hatten doch die zukünftigen SPRACHLOTSEN FÜR DESSAU-ROSSLAU (mehr dazu hier…) und (hier…), die demnächst  in Französisch, Englisch, Arabisch, Kurdisch, Serbisch, Russisch, Albanisch und Persisch  kreuz und quer in der Stadt unterwegs sein werden, ihren ersten öffentlichen Aufschlag. Das Potpourri an Herkunftsländern – und Sprachen ist nicht nur bunt und vielfältig, sondern für das vom Lokalen Aktionsplan für Demokratie und Toleranz geförderte Projekt essentiell. Schließlich geht es darum, Zuwander_innen in der Stadt willkommen zu heißen – und dies nicht nur mit guten Worten oder auf dem Papier.


Fast 80 Gäste wohnten dem öffentlichen Projektstart im Dessauer Rathaus bei




Führten musikalisch durch Programm: Der Sprachlotse Amar Goli (Iran) und ...


...  Amir Goli (Iran)

„Die heutige Veranstaltung ist nicht nur der Abschluss des Projektes, sondern auch der Auftakt für die nächste Phase.“, sagt Projektleiterin Claudia Theune. Damit spielt die Mitarbeiterin der St. Johannis GmbH auf dem Umstand an, dass die Ausbildung der Sprachmittler_innen jetzt zwar abgeschlossen und die Datenbank im Internet nun aufgebaut ist, doch die eigentliche Arbeit freilich erst jetzt beginne. Schließlich komme es jetzt darauf an, die Sprachlotsen auch einzusetzen und sie vor allem bei den potentiellen Zielgruppen, nämlich Arztpraxen, Schulen, Ämtern und Beratungsstellen, bekanntzumachen. Apropos Datenbank, die nun freigeschaltete Homepage www.sprachlotsen.de scheint dafür wahrlich das passende Instrument zu sein. Ohne viel Schnick-Schnack ploppen direkt Button mit der Aufschrift „Kurdisch“, „Englisch“ oder „Persisch“ auf - und der/die geneigte Seitenbesucher_in ist nur noch einen Klick von einer Sprachlots_in entfernt.  Es wurde auch daran gedacht, dass sich Interessierte sehr niedrigschwellig und barrierefrei selbst als Sprachmittler_in anmelden können.


Projektleiterin Claudia Theune moderierte die Veranstaltung

Für Ulrike Wohlfahrt, Integrationskoordinatorin der Stadt Dessau-Roßlau und eine ausgewiesene Kooperationspartnerin des Projektes steht indes fest: „Der Wunsch nach einem Sprachlotsenpool und einer Datenbank war schon lange groß.“ Neben den zahlreichen Partnern wie dem Caritasverband für das Dekanat Dessau-Roßlau, der Deutsche Angestellten Akademie Dessau-Roßlau, der inlingua Sprachschule Dessau OHG, dem Jobcenter Dessau-Roßlau und dem Mehrgenerationenhaus Dessau-Roßlau, dankt sie vor allem den ehrenamtlichen Sprachlots_innen selbst: „Sie haben  sich bereit erklärt, Neuzuwanderern  zur Seite zu stehen, ihnen bei der Orientierung im neuen System Hilfestellung zu geben und somit sprachliche Barrieren  zu verringern und den Informationsfluss zu sichern. Sowohl die Zugewanderten als auch die einheimischen Institutionen werden ihre Arbeit sehr zu schätzen wissen.“ Dass, so die Integrationskoordinatorin abschließend, sei ein großer Beitrag hinzu einer „gelebten Willkommenskultur“.


Die Integrationskoordinatorin Ulrike Wohlfahrt überreichte den Sprachlots_innen die Teilnahmeurkunden

Stellvertretend für alle Sprachmittler_innen tritt schließlich Atefeh Taheri aus dem Iran ans Rednerpult. Sie lebt mit ihrer Familie seit Dezember 2011 in Deutschland, seit März 2012 in Dessau-Roßlau. Ihre beiden Kinder besuchen inzwischen das hiesige Gropiusgymnasium. „Meine Landsleute die hierher kamen, haben in der Regel alles verloren“, sagt die ausgebildete Dolmetscherin für Persisch und Englisch. Umso wichtiger sei es, ihnen schnellstmöglich Halt und Mut zu spenden. Vor allem deshalb habe sie sich ohne Zögern entschieden, beim Sprachlotsenpool mitzumachen. Doch neben der notwendigen Orientierung, verbindet die Iranerin noch eine andere Intention mit dem Projekt: „Am Ende wünsche ich mir, dass wir an der Gesellschaft mehr teilnehmen.“


Im Dezember  2014 stellten sich einige Sprachlotsen und Projektbeteiligten der Öffentlichkeit vor: Sholeh Rahmani (1. v. l.; Iran, Lotsin für Kurdisch und Persisch), Bujupi Bukurije (2. v. l.; Kosovo; Lotsin für Albanisch), Ilka Ullmann (3. v. l.; inlingua Sprachschule Dessau OHG;Kooperationspartner Sprachlotsen), Atefeh Taheri (4. v. l.; Iran; Lotsin für Persisch und Englisch), Amir Goli  (5. v. l. ; Iran, Lotse für Kurdisch und Persisch), Olga Strohscherer (6. v. l.; Lotsin für Russisch), Larissa Karlikowski (7. v. l. ; Caritas Dessau; Kooperationspartner Sprachlotsen), Claudia Theune (9. v. l.; St. Johannis GmbH; Projektleiterin Sprachlotsen)



Infos / Kontakt:

St. Johannis GmbH
Claudia Theune
Bereichsleiterin, Projektkoordinatorin
Fachbereich Migration
Albrechtsplatz 6
06844 Dessau – Roßlau
Tel. 0340 6612711
Fax 0340 6612729
Mail: Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! Sie müssen JavaScript aktivieren, damit Sie sie sehen können.
www.sprachlotsen.de


 
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